Donnerstag, 19. September 2019
Begrüssung und Keynote Vortrag

Yes, you can...

 

Emmanuelle Giacometti, Direktorin Espace des Inventions

 

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Präsentation

Emmanuelle Giacometti ist ausgebildete Physikerin und seit 2000 Direktorin des «Espace des Inventions» in Lausanne. In diesem «Raum der wissenschaftlichen und technischen Erleuchtungen» werden thematische Ausstellungen, Workshops und verschiedene Aktivitäten konzipiert, um das Interesse von Kindern und der breiten Öffentlichkeit an wissenschaftlichen Disziplinen zu wecken.
Mit ihrer Leidenschaft für die wissenschaftliche Vermittlung sucht Emmanuelle Giacometti auf verschiedene Art und Weise die Neugier für Wissenschaft zu wecken, und diese so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Sie will jeden Einzelnen dazu ermutigen, einen kritischen und offenen Geist zu entwickeln.

Speed Talk Session 1

Kommunikation über Tierversuche anlässlich einer Initiative

 

Fabienne Crettaz von Roten, Faculté des Sciences Sociales et Politiques

 

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Präsentation

 

 

Tierversuche sind ein Teil der wissenschaftlichen Praxis. Ihnen werden von Gesellschaft und Wissenschaft unterschiedlich viel Akzeptanz entgegengebracht: die einen heissen sie gut, die anderen lehnen sie ab. In der Schweiz wurde über dieses Thema bereits dreimal abgestimmt, die Abstimmung über die kürzlich zustande gekommene Initiative zum Verbot von Tierversuchen steht an. Initiativen bieten die Gelegenheit, die Öffentlichkeit zu informieren und eine Diskussion über ein Thema anzustossen.
Der Wissenschaftskommunikation kommt daher eine entscheidende Rolle zu. Welche Argumente der Kontroverse über Tierversuche werden in den Medien erörtert? Welche Elemente der gewohnten Deutungsrahmen werden übernommen, um eine in der Kritik stehende wissenschaftliche Entwicklung zu beschreiben? Wie werden die Tiere in den Medien dargestellt? Die Antworten auf diese Fragen werden wir zur aktuellen gesellschaftlichen Stimmung (erhöhte Sensibilisierung der Bevölkerung für die Anliegen der Tiere, Medienkrise, Elitenkritik usw.) in Beziehung setzen.

Expérimentations animales – rationally in favour, emotionally doubtful

 

Marcel Falk, SCNAT / SUPRIO

 

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Präsentation

 
Tierversuche sind umstritten. Wohl viele verstehen die Notwendigkeit für die biomedizinische (und andere) Forschung, sind aber emotional unsicher. Mit der Initiative für ein Verbot von Tier- und Menschenversuchen und anderen Vorstössen wird in der Schweiz in den kommenden Jahren intensiv über das Forschen mit Tieren diskutiert. Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind die entscheidenden Währungen in dieser Diskussion; und aktive Transparenz das Mittel dazu. Der Vortrag stellt den Stand der Debatte dar und diskutiert, wie die Wissenschaft darin gut agiert.

I trust Science, but… doch wenn man es (noch nicht) weiss?

 

Marie-Claude Blatter, SIB Swiss Institute of Bioinformatics

 

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Präsentation

Die Fortschritte in der Sequenzierung des menschlichen Genoms haben einer «neuen Medizin » den Weg geebnet, der sogenannten Präzisionsmedizin, die unter anderem auf genetischen Analysen beruht. In der Onkologie werden diese Technologien bereits angewendet. In den Medien wird viel darüber berichtet. Dabei muss man sich bewusst sein, dass unsere technischen Fähigkeiten unsere biologischen Kenntnisse inzwischen übersteigen. Man weiss (noch) nicht alles: Es kommt beispielsweise vor, dass aus einer genetischen Analyse eine «VUS» resultiert, eine «Variant of unknown clinical significance»; dies trotz aller Bemühungen der Wissenschaftler (Genetiker, Bioinformatiker, Ärzte), die an der Untersuchung beteiligt waren, und trotz aller in den Datenbanken bereits vorhandenen Informationen. Was tun mit solchen Ergebnissen? Was tun mit Ergebnissen, die sich im Zuge der Veröffentlichung neuer wissenschaftlicher Publikationen weiterentwickeln werden? Und wie sollen Patient und Öffentlichkeit für diese Problematik sensibilisiert werden?

Overcoming reservations: How to kick the BUT & build trust in science

 

Jane Muncke, Yes and Science

 

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Presentation

Many people think science is important and scientific developments contribute to better quality of life. But there is an increasing mistrust against scientists, because they are perceived as elitist and too far removed from every day, real-life issues. Ultimately, this may result in less public willingness to fund scientific research and support academic institutions with taxpayer money. Therefore, it is essential to re-build trust in science by focusing on messaging and presentation of scientific findings. In live settings this can be achieved by building a personal and intimate atmosphere with the audience, thereby conveying a message in an effective way. Tools from improvisational theatre can help scientists develop the necessary skills to do this. The Swiss start-up «Yes and
science» teaches these tools in its workshops. First events at various Swiss universities have received highly positive feedback from participants. In this speed talk, we discuss what makes live presentations effective and how speakers can develop these skills.

Vertrauen bei der Rezeption von Wissenschaftskommunikation unter der Lupe

 

Mirco Saner, IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft, ZHAW

 

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Präsentation

Damit die breite Bevölkerung vom Wissenschaftssystem generiertes Wissen annimmt und dieses Wissen gesellschaftlichen Einfluss entfalten kann, muss sie auch der medialen Vermittlung dieser Inhalte vertrauen. Wir präsentieren Ergebnisse einer Smartphone-Rezeptionsstudie aus dem Jahr 2018, welche die dazu bisher geringen empirischen Kenntnisse über das Publikum von Wissenschaftskommunikation ergänzt. Konzipiert als Vertiefungsstudie zum Wissenschaftsbarometer Schweiz, dokumentierten insgesamt 41 Probanden aus der Deutsch- und Westschweiz während zweier Wochen in Echtzeit, inwiefern sie in ihrem Alltag mit Wissenschaftsthemen in Kontakt kommen.

Wir zeigen auf, welchen Quellen unterschiedliche Publikumstypen in der Schweiz am häufigsten Vertrauen schenken, an welchen Kriterien die Glaubwürdigkeit von Wissenschaftsbeiträgen verankert wird und welche Emotionen die Inhalte bei den Rezipienten auslösen. Zudem wird deutlich, dass Vertrauen in die Wissenschaftskommunikation auch bei den Nutzungsgründen des Publikums eine unverzichtbare Rolle spielt. Es soll diskutiert werden, inwiefern die Befunde dazu beitragen können, Wissenschaftskommunikation zielgruppenspezifischer zu gestalten.

Schulmaterial zum MINT Projekt «Mission Erde»

 

Raphael Wild, Lernetz AG

 

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Präsentation

Wie gelingt moderne und nachhaltige Umweltbildung in Kombination der Lernorte Museum und Schule?
Das Verkehrshaus ist das meistbesuchte Museum der Schweiz. Es ist zudem ein wichtiger ausserschulischer Lernort. Die neue Ausstellung zum Thema Wetter und Klima besteht aus einer neuen Planetarium-Show und einer funktionsfähigen und mit Experimenten angereicherten Wetterstation von Meteo Schweiz.
«I trust science, but…»: Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen werden durch die Förderung naturwissenschaftlicher Grundlagen und Methoden sensibilisiert für Herausforderungen rund um den Klimawandel. Sie erhalten dadurch ein differenziertes Verständnis des Themengebiets Wetter und Klima.
Neben allgemeinen Umweltanliegen geht es aus museumspädagogischer Sicht beim neuen Ausstellungsbereich primär um Aufgabenstellungen, bei denen Mathematik, Datenerhebung und Statistik eine Rolle spielen.
Workshops

Workshop 1

Von Vertrauensfaktoren zu Ich-Botschaften

 

Tobias Maier, NaWik – Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation Karlsruhe

 

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Impression


 

 

 

Das Thema Vertrauen in die Wissenschaft wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Drei Faktoren beeinflussen demnach massgeblich das Vertrauen in die Wissenschaft und in Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: 1. Können, Expertise; 2. gute wissenschaftliche Praxis, Integrität; 3.Beweggründe, gute Absichten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen alle drei Faktoren berücksichtigen, um in der Kommunikation vertrauenswürdig zu wirken. Fehlendes Vertrauen kann darin begründet liegen, dass einer der drei Faktoren nicht ausreichend kommuniziert wurde.
In dem Workshop wollen wir diese drei Vertrauensfaktoren mit Leben füllen und überlegen, wie durch gute Kommunikation die Glaubwürdigkeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und das Vertrauen in die Wissenschaft steigen kann. Wir arbeiten dafür an konkreten Fällen. Wir definieren Profile von Forschenden mit kommunikativen Herausforderungen und formulieren Ich-Botschaften, um die Vertrauensfaktoren zu bedienen, indem sie auf alle drei Vertrauens-Konten einzahlen.
Nach einer Kennenlernrunde folgt eine kurze Einführung in das Thema Vertrauen in der Wissenschaft. Ein gängiges Modell zu Faktoren, die Vertrauen beeinflussen wird vorgestellt. Unterschiedliche Prototypen von Forschenden werden gemeinsam identifiziert und definiert. In Kleingruppen werden dann Ich-Botschaften erarbeitet, die Expertise, Integrität und gute Absichten bedienen. Anschliessend präsentieren und diskutieren die Gruppen jeweils ihre wichtigsten Ergebnisse für alle Teilnehmenden des Workshops im Plenum. Die Ergebnisse werden fotografisch dokumentiert und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Nachgang auf Wunsch per E-Mail zur Verfügung gestellt

Workshop 2

«La Moulinette»: Ihr Wissenschaftsvermittlungsprojekt in seine Bestandteile zerlegt

 

Richard-Emmanuel Eastes, Segallis Sàrl/Haute Ecole Spécialisée de Suisse Occidentale,
HES-SO/ SADAP

 

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Präsentation

Hinter der Wissenschaftsvermittlung stecken stets gute Absichten. Dennoch kommt es zuweilen vor, dass sie aus Hilflosigkeit oder Naivität die Gräben zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft aufreisst statt sie zuzuschütten.
Um das Vertrauen des Publikums zu gewinnen, bedarf es daher für eine hochstehende Wissenschaftsvermittlung eines reflexiven Ansatzes, der die spontanen und intuitiven Handlungsweisen hinterfragt und herausfordert.
Denn mit der Vermittlung ist es wie mit dem Kochen: Sie ist eine subtile Mischung aus Kunst, Liebe und Technik, bei der alle Komponenten beherrscht und alle Geschmacksnuancen zu einem ausgewogenen Ganzen vereint werden müssen.
Im Workshop «La Moulinette» (zu deutsch «der Mixer») sind Sie aufgefordert, Ihr Projekt oder Ihre Idee für eine Aktivität in die Bestandteile zu zerlegen, alle Dimensionen zu hinterfragen, alle Facetten zu analysieren und zudem Ihre Vorschläge einzubringen, damit wir dieses Instrument gemeinsam verbessern können.
Zuerst wird das Instrument «La Moulinette» kurz vorgestellt – wie es entstanden ist und auf welchen Grundsätzen es aufbaut. Danach werden die Teilnehmenden aufgefordert, eines ihrer – abgeschlossenen, laufenden oder geplanten – Vermittlungsprojekte anhand der ihnen zugrunde liegenden Fragen zu durchleuchten. In einem zweiten Schritt sind die Teilnehmenden – ganz im Sinne des Miteinanders, das die Entstehung dieses reflexiven Instruments für die Wissenschaftsvermittlung kennzeichnet – eingeladen, ihre Eindrücke zum Inhalt und Format zu formulieren. Damit ermöglichen sie den Schöpfern des Instruments, dieses weiterzuentwickeln und zu erweitern.
Freitag, 20. September 2019
Begrüssung und Keynote Vortrag

Good Science Begins With Communication

 

Andy Miah, Professor at the University of Salford

 

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Presentation

Recently on Twitter, a debate took place over advice from Professor Jim Al-Khalili, professor of physics and public engagement in science at the University of Surrey, that a practising scientist should establish themselves before aiming to go too far down the road in communicating science.
While much of the debate was based on just a brief clip from a wider talk, the less generous Twitterati felt that Al-Khalili’s statement discouraged spending time on science communication until one is well into postdoc years, once a good amount of grants and publications were out there proving one’s credentials.
The more generous Twitter users felt that his advice was more that one should practise as a scientist first, before making a huge move into a completely new profession, especially if one’s core currency will be in the accumulation of research funding and publications. Yet, even though this may sound strategically sensible, it neglects the value of ensuring that the public are part of the entire research process from day one. To rearrange a well-known quote from Sir Mark Walport, chief executive of UK Innovation and Research, good science begins with communication. It is not something we should do just at the end of the process. As researchers, this principle must be our starting point.
And, more importantly, if done well, science communication enriches the research we do and the significance of what we discover. It can also be really good fun. 
Speed Talk Session 2

Gemeinschaftliche Forschung im Gesundheitsbereich

 

Rachel Aronoff, Hackuarium

 

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Erbliche Krebserkrankungen sind selten, aber eine Realität. Meistens werden sie dadurch verursacht, dass ein Organismus DNA-Schäden nicht richtig reparieren kann. Ein gutes Beispiel dafür sind die BRCA-Gene, die eine «perfekte» Reparatur der beschädigten DNA ermöglichen. Sind diese nicht aktiv, steigt nicht nur das Risiko für Brustkrebs, sondern auch für einen Krebsbefall der Prostata oder anderer Organe. Schäden an der DNA zu vermeiden, bedeutet also ganz klar, das Krebsrisiko zu senken. Vieles von dem, was der Mensch oft tut, und zahlreiche leicht zugängliche Produkte können jedoch die DNA aller Lebewesen schädigen. Ein Projekt des Hackuariums, des Gemeinschaftslabors, das zum Ziel hat, die Forschung zu demokratisieren, soll Menschen ermöglichen, ihre eigenen Zellen der Mundschleimhaut auf DNA-Strangbrüche zu untersuchen. Dabei werden zwei klassische Methoden («Mikrokern-Test» und «Kometen-Test») angewendet.
Wir möchten einen «cheek cell chip» (einen Mikrofluidik-Chip) entwickeln. Dieser soll den Menschen helfen, den Schädigungsgrad ihrer Zellen einfacher zu verfolgen und herauszufinden, ob sie ihn durch ihre Lebensgewohnheiten beeinflussen können. Die Hoffnung ist, die Menschen davon zu überzeugen, dass sie Entscheidungen zum Wohle der Gesundheit aller treffen.

Digital real – Die interaktive Roadshow für Seniorinnen und Senioren

 

Mark Bächer, Life Science Communication

 

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Präsentation

Die digitale Transformation als Megatrend bringt gerade für ältere Menschen grosse Herausforderungen. Während die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit abnimmt, verlangen neue Technologien stetiges Lernen. Mit zunehmendem Alter haben viele Menschen Mühe, sich Innovationen anzueignen, und sie zeigen ein gewisses Misstrauen gegenüber der Wissenschaft und den Technologien.
Die Diskussion rund um die Digitalisierung öffnet die Tür zu gesellschaftlichen Debatten über Ethik, Nutzen, Schaden, Datenschutz und weiteren Aspekten. Hier setzt die Roadshow digital real an. Sie besucht Seniorenzentren und will Chancen und Gefahren der Technologien und deren Anwendung für Senioren aufzeigen und diskutieren.
Das Konzept beinhaltet die Vermittlung neuster Forschungserkenntnisse und der Anwendungen von Innovationen der digitalen Welt. Partner sind Fachhochschulen, Innovation Labs und Technologiefirmen. Von Künstlicher Intelligenz über Virtual Reality und Augmented Reality bis zu neusten Anwendungen der Telemedizin, der Sensorik, der Körpermessgeräte (Wearables) und Unterstützungen im Alltag (Sturzsensoren) werden für die Altersgruppe relevante Aspekte rund um die Digitalisierung vorgestellt.

Wissenschaft und Gesellschaft: Die Ursprünge des Misstrauens

 

Richard-Emmanuel Eastes, Segallis Sàrl/Haute Ecole Spécialisée de Suisse Occidentale, HES-SO/ SADAP

 

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Präsentation

Was haben das Misstrauen gegenüber der Chemiebranche, künstlicher Intelligenz, Gentechnologie, Nanotechnologien, Mobilfunkantennen, aber auch gegenüber dem Teilchenbeschleuniger und seinen «winzigen Schwarzen Löchern» und sogar der Finanzwelt gemeinsam?
Spezialisiert, extensiv, lukrativ, invasiv, persönlich und künstlich: Alle Bereiche, aus denen diese Beispiele stammen, haben gemeinsame Merkmale in Bezug auf ihren Einsatz und Werte, die sie infrage stellen, was naturgemäss Argwohn, Ängste und Widerstand in der Zivilgesellschaft weckt.
Wenn das Gefühl hinzukommt, dass die damit verbundenen Risiken aufgezwungen und nicht selbst gewählt sind, ist es vom Argwohn zum Misstrauen nur noch ein kleiner Schritt.
Diese Mechanismen möchten wir beschreiben und mit den Teilnehmern dieses Speed Talks diskutieren.

Die Datensicherheit im Zeitalter der personalisierten Medizin

 

Franziska Gruhl, SIB Swiss Institute of Bioinformatics

 

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Präsentation

«I trust science, but…» – was geschieht mit meinen Daten, wenn ich an einer wissenschaftlichen Studie teilnehme oder wenn meine DNA sequenziert wird, um die Ursache einer Krankheit herauszufinden? Wie können die Spitäler und Forschungsinstitute verhindern, dass meine Daten gehackt und vielleicht sogar durch eine Versicherung gegen mich verwendet werden? Diese Fragen und Ängste tauchen oft auf, weil zu wenig kommuniziert wird, und können leicht zu Missverständnissen führen.
In dieser kurzen Präsentation möchte ich aufzeigen, wie im Bereich der personalisierten Medizin die Datensicherheit gewährleistet und kommuniziert wird. In unserem Institut, dem SIB Swiss Institute of Bioinformatics, hat die Sicherheit der Daten absolute Priorität. Wir arbeiten eng mit wissenschaftlichen und klinischen Instituten zusammen, um die Sicherheit der Patienteninformationen zu gewährleisten. Mittels unterschiedlicher Kommunikationsstrategien versuchen wir, die Forschenden und die Patienten für den sicheren Umgang mit Daten zu sensibilisieren. Wir hoffen, damit bald das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft (zurück) zu gewinnen.

«I trust science, but it is not only done by professionals» – Erfahrungsbericht zu Kommunikation in Citizen Science Projekten

 

Fanny Gutsche-Jones, Citizen Science Center Zürich

 

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Präsentation

Seit einigen Jahren findet der Begriff «Citizen Science» immer grössere Verbreitung. Die sogenannten «Bürgerwissenschaften» werden zunehmend auch institutionell verankert und mit öffentlichen Mitteln unterstützt. In dieser Form der offenen Wissenschaft werden Forschungsprojekte unter Beteiligung oder ganz und gar von Personen durchgeführt, die nicht beruflich in Wissenschaft und Forschung tätig sind, sondern Wissenschaft in ihrer Freizeit betreiben. Damit soll eine Öffnung der Wissenschaft einhergehen: Mehr gesellschaftliche Mitbestimmung und weniger Bevormundung in der Forschung.
Was bedeuten diese Entwicklungen in Bezug auf Wissenschaftskommunikation? Wie kann man Vertrauen in (partizipative) Wissenschaft fördern; wie Professionelle und Laienforschende für Citizen Science motivieren und miteinander ins Gespräch bringen?
Im Speed Talk sollen diese Fragen aus der Perspektive des Citizen Science Centers Zürich anhand von Erfahrungen aus der Praxis veranschaulicht und zur Diskussion gestellt werden.

Käse beschallen – Experiment zwischen Klang und Kulinarik

 

Christian Pauli, Hochschule der Künste Bern HKB

 

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Präsentation

 
Die Hochschule der Künste HKB hat in Burgdorf mit dem Experiment «Käse beschallen» künstlerische aber auch wissenschaftliche Fragen gestellt. Die Antworten haben grosses Aufsehen erregt. Die Versuchsanordnung in Zusammenarbeit mit dem Käsehaus K3 hat globales Medieninteresse entfacht und auch die Wissenschaftskommunikation befeuert.
Die Ausgangsfrage von «Käse beschallen» lautet: Beeinflussen Schallwellen den Stoffwechselprozess von Käse derart, dass die sonochemischen Auswirkungen aromastofflich nachweisbar und kulinarisch spürbar sind? Von September 2018 bis März 2019 wurden neun Laibe Käse (Emmentaler «Muttenglück») mit fünf verschiedenen Musikstücken und drei verschiedenen Sinuswellen gezielt beschallt; eine Holzkiste blieb als Referenzkiste unbeschallt. Die sensorische Konsensanalyse und die Verkostung durch eine Publikumsjury ergaben ähnliche Resultate («Hiphop-Käse»), die am 14.März an einer Pressekonferenz veröffentlicht wurden.
Der Speed Talk zeigt die Entstehung und Entwicklung der Versuchsanordnung auf und stellt Fragen nach der Wissenschaft in und Kommunikation mit diesem künstlerisch-kulinarischen Projekt.
Agora Forum Dialog Session
 Die Präsentationen folgen  
 Workshops, Speed Dating, World Café, Fish Bowl, Interaktives Format

Speed Dating

Künstliche Intelligenz als Gatekeeper des Digitalen Öffentlichen Raums

 

Jannes Jegminat, Institute of Neuroinformatics (ETH/UZH)

 

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Das Diskutieren, Informieren und Organisieren ist im Internet per Knopfdruck und aus der Ferne möglich. Damit erfüllt das Internet alle Kriterien der herkömmlichen Öffentlichkeit. Wir sprechen von einem «digitalen öffentlichen Raum» (DöR). Dieser neue Kommunikationsweg erfordert allerdings neu angepasste Strukturen, um als «fünfte Gewalt der vernetzten Vielen» weiterhin dem demokratischen Diskurs dienlich zu sein.
Die Einigung auf Fakten und gesellschaftliche Realitäten ist kein Selbstläufer, wie die online vorangetriebene Polarisierung bei Themen wie Impfung, Migration oder (in den US) Klimawandel zeigt. Bei der Gestaltung des DöR fungiert künstlichen Intelligenz (KI) als Gatekeeper. Im Newsfeed und Recommender-Systemen übernimmt sie die Vorauswahl, dessen was wir sehen. Deshalb ist die Wissenschaft nicht nur darin gefordert, ihre Deutungshoheit über Fakten im DöR zu behaupten; vielmehr trägt sie die Verantwortung, die komplexe Dynamik und Struktur des DöR zu erforschen und der Gesellschaft so Mitsprache beim Design der Gatekeeper und des DöR zu ermöglichen.
In einem knackigen und interaktiven Workshop werden wir konkrete Lösungsvorschläge für das Design des DöR erarbeiten: Die Teilnehmenden bilden eine imaginäre Kommission, die zwei (oder vier) Fragestellungen A und B beantworten soll. Einteilung der Teilnehmenden in Gruppe A und B. Dann individuelle Arbeit, jede/r formuliert auf einem Post-It für seine/ihre Fragestellung Lösungsvorschläge. Anschliessendes Speed-Dating: Jeweils ein Mitglied aus Gruppe A und B geben sich gegenseitig Feedback auf ihre Ideen. Danach kurze Stille, um das Feedback aus dem Speed-Dating innerlich zu sortieren. Gruppe A kommt zusammen, um die verschiedenen Ideen zu sammeln und zu ordnen. Ein Flip-Chart wird als Template bereitgestellt. Gruppe B verfährt analog.
Gruppe A und B stellen ihre Ergebnisse «kurz» vor. Kurzes Debriefing und Stimmen der Teilnehmenden zum Format

World Café

Unsere Gene ganz ungeniert

 

Marie-Pierre Chevron, Collectif AutreSens

 

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Bestimmten politischen Entscheidungen gehen öffentliche Diskussionen und Debatten voraus, welche die Entscheidung beeinflussen und sich damit erheblich auf unser Leben auswirken können. Es liegt daher in unserem Interesse, dass diese Diskussionen stattfinden und zu brauchbaren Ergebnissen führen. Vor diesem Hintergrund scheint es uns wichtig, die folgende Frage zu diskutieren, die gegenwärtig gesellschaftlich umstritten ist: «Hilft es uns, besser zu leben, wenn wir über unsere genetischen Daten verfügen oder sie manipulieren?»
Das Format des World Café erleichtert die Auseinandersetzung mit dieser Frage und ermöglicht gleichzeitig, gemeinsam kreative und kritische Inputs für sogenannte Argumentationskarten zusammenzutragen. Und dies in einer Atmosphäre, die von Offenheit und Respekt geprägt ist. Junge Bürgerinnen und Bürger werden die Reflexion zu verschiedenen Themen mit selbst erarbeiteten Fragen anstossen. Zu diesen Themen gehören die Möglichkeit, menschliche Embryonen auszuwählen oder zu verändern, auf die genetischen Daten ihrer Eltern und Familienmitglieder sowie nach Belieben auf Organe von Tierchimären zuzugreifen, und die Gefahr, dass für den «genetischen Zufall» kein Platz mehr bleibt.
World Café und Argumentationskarten: Der Diskussionsgegenstand wird als Aussage formuliert, zu der die Teilnehmenden Stellung beziehen müssen, indem sie Argumente dafür oder dagegen vorbringen. Die Argumente werden in Form von Argumentationskarten auf einer Tischdecke notiert. An unterschiedlichen Tischen werden unterschiedliche Themen besprochen. Nach acht bis zehn Minuten Diskussion wechseln die Teilnehmenden zu einem anderen Tisch. Zurück bleibt einzig eine Person, deren Aufgabe es ist, der nächsten Gruppe den Stand der Diskussion zum jeweiligen Thema zu präsentieren. Dies geht so lange weiter, bis alle Teilnehmenden zu allen Themen etwas beigetragen haben. Nach Abschluss der Diskussionen werden die Argumentationskarten ausgehängt, damit sie alle anschauen können.
Die Erarbeitung einer Argumentationskarte verhindert, dass jemand aufgrund einer anderen Meinung angegriffen wird oder sich verteidigen muss. Stattdessen bietet sie eine konstruktive und effiziente Möglichkeit, alle Argumente anzuhören, abzuwägen und schriftlich festzuhalten.

Workshop 3

Reatching into the rabbit hole

 

Valeria Eckhardt, reatch – research and technology in Switzerland

 

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«Reatching into the rabbit hole» is an experimental workshop by the science think tank «reatch – Research and Technology in Switzerland». Every workshop starts in the rabbit hole, where an expert gives insight into his field, based on scientific facts. Afterwards we leave the rabbit hole and reality and reach a wonderland, where we encounter a utopic scenario in the close future. There we discuss the impact of the technology or field of research on society. By «reatching into the rabbit hole» we use solid scientific knowledge to develop lofty ideas about tomorrow in order to gain insights for today.
The rabbit hole brings people with completely different backgrounds together and aids science communication by combining scientific facts with socially relevant topics.
Valeria Eckhardt (PhD Neuroscience) and Matthias Gröbner (MSc Physics) are guiding the participants through the experimental workshops since 2016.
This time we explore the current state of virtual and augmented reality with Lukas Schleuniger. We leave reality behind us and embark on a journey through the rabbit hole into a world, where virtual and augmented reality already have revolutionized science, journalism, and politics. How do these fields profit from the additional sensory information? In which situations should we still rely on our own senses?
Participants from any field who are open to actively and creatively develop ideas in teams are welcome.

Workshop 4

Prof.Dr. Edith Wicki – Oder: Der Vermittlungsschritt @Wikipedia!

 

Peter Limacher/Matthias Ammann, Science et Cité

 

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Präsentation

Artikel auf Wikipedia unterliegen Regeln zur Qualitätssicherung, die sich aber von denen der wissenschaftlichen Publikationen unterscheiden. So teilen Forschende ihre Ergebnisse primär in Fachzeitschriften, die aber kaum je von einer breiteren Bevölkerung gesucht, geschweige denn gelesen werden. Um den aktuellen Forschungsstand auf Wikipedia zu bringen, braucht es einen zusätzlichen Schritt: Die in der Forschung erarbeitete Erkenntnis muss übersetzt, editiert und so für den Publikationsprozess auf Wikipedia bereitgestellt werden.
Da Forschende meist weder Zeit noch die nötigen Skills besitzen, ihre Ergebnisse selber auf die meistbesuchte Wissensplattform zu bringen, braucht es eine vermittelnde Rolle seitens der Wissenschaftskommunikation. Science et Cité will im Rahmen des strategischen Schwerpunkts «Digitale Interaktion» diese Rolle in einem ersten Schritt einnehmen.
Nach der Pilotphase im Frühjahr wollen wir an der ScienceComm unsere Idee so weiter entwickeln, dass eine Umsetzung auch für die Hochschulkommunikation attraktiv wird.
In unserem Workshop wollen wir zusammen mit den Teilnehmenden Lösungen herausarbeiten, um Wissen möglichst unkompliziert von der Forschung auf Wikipedia zu bringen. Dabei stellen wir zuerst unser Projekt vor und erarbeiten dann in zwei Gruppen spezifische Modelle, die am Ende des Workshops im Plenum besprochen werden. Zur Bildung der Modelle bedienen sich die Gruppen verschiedener Darstellungsformen der Design Thinking Methode (bspw. Lego® oder Knetmasse), um so das abstrakt wirkende Thema optisch ansprechend zu präsentieren. Beim gemeinsamen Diskutieren der Vorschläge gilt die «ja und»-Regel, die besagt, dass kein «Nein» und auch kein «Ja, aber» akzeptiert wird. So möchten wir die einzelnen Vorschläge möglichst schnell in flipcharttaugliche Konzeptideen umwandeln, und diese wieder zurück an die Hochschulen und Universitäten tragen.

Interaktives Format

Wahrheit, Lüge, Vertrauen – und die Wissenschaften

 

Noemi Scheurer, Stapferhaus Lenzburg

 

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83 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass Unwahrheiten und Fake News unsere Demokratie bedrohen. Eine grosse Mehrheit wünscht sich, in gesellschaftliche Verantwortungsträger/innen vertrauen zu können, tut es aber nicht. Und mehr als die Hälfte findet, dass eine Welt, in der alle immer die Wahrheit sagten, eine bessere wäre.
Im Rahmen der Ausstellung «FAKE. Die ganze Wahrheit» hat das Stapferhaus in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Sotomo fast 10 000 Menschen in der Schweiz zum Thema Wahrheit, Lüge und Vertrauen befragt. In einer umfangreichen internen Recherche wollte das Stapferhaus zudem von namhaften Wissenschaftler/innen wissen: Sind wir dank der Wissenschaft der Wahrheit näher gekommen? Gibt
es unverrückbare Wahrheiten? Wie wichtig ist es, dass Sie als Expert/in anerkannt werden?
Der Workshop startet mit einem Einblick in die Resultate der Befragung und stellt in einem zweiten Teil die Statements der Wissenschaftler/innen zur Diskussion. Zum Schluss fragen wir: Wie hältst Du es mit der Wahrheit und der Lüge?
  1. Die Teilnehmer/innen erfahren, wie die Schweizer Bevölkerung über Lüge, Wahrheit und Vertrauen denkt und positionieren sich dazu.
  2. «Blitze sind nicht Zeus’ Zorn»: Wie steht es um die Wahrheit in den Wissenschaften? Ausgehend von Statements von Wissenschaftler/innen diskutieren die Teilnehmer/innen verschiedene Standpunkte.
  3. Und wie hältst Du es mit der Wahrheit und der Lüge? Die Teilnehmer/innen machen den Selbstcheck.

Fish Bowl

Vertrauen in die Wissenschaft ohne unabhängige Berichterstattung?

 

Beat Glogger, higgs.ch

 

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Präsentation

Im Laufe der Medienkrise treffen Sparrunden oder Streichungen als erstes die Randressorts, die als nice to have gelten – insbesondere auch das WISSEN. Parallel zu dieser Verknappung der Wissenschaftsberichterstattung bauen die Hochschulen auf allen Stufen ihre Kommunikationsaktivitäten aus. Aus Sicht der Kommunikationswissenschaft kann jedoch diese institutionelle Kommunikation die journalistische Auseinandersetzung und Berichterstattung nicht ersetzen. Denn es fehlt die Fremdreferenz, die Aussensicht, welche für die Erhaltung der Glaubwürdigkeit nötig ist.
Doch wer soll den unabhängigen (Wissenschafts-)Journalismus bezahlen? In den Inputreferaten wird die These präsentiert, dass sich nebst philanthropen Quellen, der öffentlichen Hand und der Wirtschaft auch Hochschulen, Wissenschaft und Bildungswesen an der Finanzierung beteiligen sollen. Ist unter solchen Bedingungen unabhängiger Journalismus überhaupt möglich? Und werden sich die Geldgeber auch kritische Berichterstattung gefallen lassen, bzw. wie wird diese gesichert?
Methode Fishbowl:
  1. Kurzpräsentationen (Vinzenz Wyss, ZHAW, Beat Glogger, higgs, 15 Min.)
  2. Evaluation der präsentierten Thesen in Fishbowl mit Gaststuhl (Moderatorin Susanne Sugimoto, Präsidentin Stiftung Wissen für alle, 35 Min.)
  3. Resümee in Form einer gelenkten Schlussrunde (10 Min.)

Innenkreis Fishbowl:
  1. Die beiden Inputreferenten
  2. Person aus Akademien oder von Swissuniversities
  3. Person aus Bildungspolitik (z. B. EDK oder WBK)
Aussenkreis:
Hochschulkommunikation, Wissenschaftsjournalismus, Wirtschaft, Chefredaktion einer grossen Tageszeitung, weitere Interessierte. Damit diese Gruppen adäquat vertreten sind, werden gezielt Personen eingeladen.
Regel:
Im Innenkreis geben als erstes die Teilnehmenden 2) und 3) Feedback zu deren präsentierten Thesen. Sobald jemand aus dem Aussenkreis eingreifen will, nimmt er/sie auf dem Gaststuhl Platz und diskutiert mit. Will ein weiterer Teilnehmer aus dem Aussenkreis eingreifen, meldet er dies und besetzt den Gaststuhl. Am Schluss erfragt die Moderatorin beim Innenkreis die Lessons learned.

Workshop 5

Wissenschaft und Vertrauen? Les extrêmes se touchent!

 

Manfred Jurgovsky, PH Zug / minima.media

 

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Wissenschaft entspringt nicht dem Vertrauen, sondern dem Misstrauen in diese Welt.
Und ihre Ergebnisse sind und bleiben vielschichtig und widersprüchlich. Wie lässt sich das Vielschichtige und Widersprüchliche vermitteln? Und was kann Wissenschaftskommunikation tun, dieses Vielschichtige und Widersprüchliche zu schätzen, zu mögen und zu teilen? Der Workshop stellt digitale Verfahren vor, Wissen in seiner Komplexität und Kontradiktorik zu visualisieren.
1) Der Workshop stellt digitale Verfahren und Werkzeuge zur Erstellung von Bildungsund Wissensmedien vor, anhand praktischer Beispiele.
2) Der Workshop erläutert die (technischen) Grundlagen der Verfahren.
3) Der Workshop ermöglicht den Teilnehmer/innen, eigene Projekte und Fragen zur Visualisierung komplexer Inhalte zu diskutieren. 

Debatte

Was wäre, wenn wir auch für den Erfolg von Fake News verantwortlich wären?

 

Noëmie Lozac’h-Vilain, Universcience – Ecole de la médiation

 

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Präsentation

Falschinformationen, Gerüchte, Scheinargumente, alternative Fakten, Verschwörungstheorien… Die Informationsverarbeitung und der Austausch mit unserem Publikum gestalten sich für uns Wissenschaftsvermittelnde heute ganz anders. In unseren wissenschaftlichen Einrichtungen wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern das kritische Denken näherbringen. Aber was ist, wenn sogar wir, die Experten für die Vermittlung der wissenschaftlichen Kultur, trotz bester Absicht, manchmal nicht richtig informieren? Wie stellen wir sicher, dass unsere Handlungen die falschen Auffassungen nicht verstärken?
In Form eines Positionenspiels zu polarisierenden Aussagen lädt der Workshop dazu ein, unsere Haltung, unsere strategischen Bestrebungen und unseren persönlichen Bias zu hinterfragen. Anschliessend definieren die Teilnehmenden individuelle und kollektive Massnahmen, die eine unterstützende Vermittlung fördern und kritisches Denken begünstigen, um die Kluft zwischen Wissenden und Unwissenden zu verringern und das kritische Denken der Bürgerinnen und Bürger zu fördern.
Dieses Positionsspiel ist aus einer Weiterbildung hervorgegangen, welche die Ecole de médiation entwickelt hat und die der Entwicklung des kritischen Denkens in der Wissenschaftsvermittlung (« Développer l’esprit critique en médiation scientifique ») gewidmet war.

Interaktive Quizwhow mit Showexperimenten

I trust science, but it surprises me every time I do an experiment

 

Joseph Rodesch, Fonds National de la Recherche Luxembourg

 

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Mögen Sie TV-Quiz Formate mit Showexperimenten? Dann ist dies die richtige Session für Sie! In dieser Experimental-Quizsession kann jeder mitüberlegen und mitmachen.
Verschiedene einfache Experimente werden vorgestellt, und jeder im Publikum kann eine Hypothese wagen – also vorhersagen wie das Experiment ausgehen wird. Irren ist also vorprogrammiert.
Forschende werden oft von Journalisten gebeten, Voraussagen für die Zukunft zu machen. Wie unsicher diese Hypothesen aber schon in vermeintlich einfachen Situationen sind, soll in dieser unterhaltsamen Session gezeigt werden.
Joseph Rodesch ist seit 10 Jahren in der Wissenschaftskommunikation beim Fonds National de la Recherche in Luxemburg aktiv und produziert verschiedene Wissensformate für Luxemburger Radio und Fernsehen unter seinem Künstlernamen «Mr Science».
Alle Experimente werden live vom Moderator durchgeführt, und die Anwesenden können beim dieser Experimental- uizsession mit Hilfe der Multiple Choice Plickers Karten mitmachen. Verschiedene Hypothesen werden kurz diskutiert.

Workshop 6

Fake-News über wissenschaftliche Themen im Internet erkennen

 

Sabrina Heike Kessler, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Universität Zürich

 

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Präsentation

Mit der Digitalisierung hat sich die gesellschaftliche Kommunikation grundlegend verändert. Prinzipiell jede/r kann Informationen zu wissenschaftlichen Themen mit hoher Reichweite digital verbreiten, z. B. über Social Media. Von diesen Möglichkeiten machen u. a. Akteure mit politischen oder wirtschaftlichen Interessen Gebrauch. Solche Akteure kommunizieren interessengeleitet und verbreiten häufig – wissend oder unwissend – einseitig verzerrte, falsche oder gar erfundene Informationen zu wissenschaftlichen Themen. Für Bürger/innen, die sich im Netz informieren wollen, ergeben sich daraus zentrale Herausforderungen. Sie müssen lernen, bei einer unermesslichen Anzahl von Quellen, richtige von falschen wissenschaftlichen Informationen und glaubwürdige von unglaubwürdigen Quellen zu unterscheiden. Es geht um die Reflexion der eigenen Internetrecherche, das Erkennen qualitativer vertrauenswürdiger Quellen für wissenschaftliche Informationen im Internet und darum gesichertes (evidentes) wissenschaftliches Wissen von Fake-News zu unterscheiden. Diese Fähigkeiten sollen im Workshop an konkreten Anwendungsbeispielen begründet, trainiert und wissenschaftlich reflektiert werden.
Verlauf des Workshops:
  1. Inputvortrag Workshopleiterin (10 Min.): Was sind Fake-News zu wissenschaftlichen Themen und warum sind sie online häufig zu finden?
  2. Praktische individuelle Online-Suche (10 Min.): Informationssuche der Workshopteilnehmer/innen im Internet zu unterschiedlichen wissenschaftlichen Fragen; bspw. Ist Glyphosat krebserregend? Führt Impfen zu Autismus? Helfen Vitamintabletten der Gesundheit? Gibt es menschenverursachten Klimawandel wirklich?
  3. Gruppendiskussionen in 4–5 Gruppen (10 Min.): Reflexion der Online-Suche, der Wirkung der Informationen und der Wissensgenerierung
  4. Gemeinsame wissenschaftliche Reflexion der Online-Suche, der Wirkung der Informationen und der Wissensgenerierung (20 Min.): Was sind und woran erkenne ich qualitative vertrauenswürdige Quellen für wissenschaftliche Informationen im Internet?
  5. Abschliessende theoretische Einordnung der Internet-Suche (10 Min.) durch die Workshopleiterin in Bezug auf Folgen für das Vertrauen in Wissenschaft und wissenschaftliche Erkenntnisse.

Interaktives Format

Science Podcast Listening Slam

 

This Wachter, Audio Story Lab GmbH

 

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Wissenschaftspodcasts sind vor allem im englischsprachigen Raum inzwischen eine feste Grösse. Zunehmend gibt es sie auch in Deutschland, aber noch kaum in der Schweiz.
Der Science Podcast Listening Slam ist ein interaktiver Hör-Event, bei dem die Vielfalt der Wissenschaftspodcasts zu hören ist, das Publikum aber mitreden kann, wie lange jedes Beispiel dauert. Das führt zu Erkenntnissen darüber, was Podcasts können, wann sie uns langweilen, begeistern, ärgern oder fesseln.
In der letzten Viertelstunde diskutieren wir über die Möglichkeiten des Podcasting in der Wissenschaftskommunikation.

An diesem Hör-Event ertönen Beispiele von ganz unterschiedlichen Wissenschafts-Podcasts (in Englisch, Französisch und Deutsch). Das Publikum entscheidet, wie lange jedes Beispiel zu hören ist: Bei Langeweile oder Ärger gibt man ein sichtbares Zeichen. Wenn die Mehrheit für Aufhören ist, stoppt das Hörbeispiel. Dann sammelt der Moderator je zwei Argumente, warum der Podcast nicht gefallen hat und zwei Argumente, warum andere ihn weiterhören wollten.

Workshop 7

Pop Science – Wissenschaftsjournalismus via Social

 

Media Marco Vencato, Gebert Rüf Stiftung

 

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Vertrauen ist das neue Paradigma der Wissenschaftskommunikation. Es geht nicht mehr darum, einer nicht näher fassbaren Öffentlichkeit Wissen top down zu vermitteln,sondern mit spezifischen Zielgruppen über Wissenschaft so ins Gespräch zu kommen,dass zwischen Forschenden und Laien eine Kultur des Vertrauens aufgebaut werdenkann. Doch wie erreicht man insbesondere ein jüngeres Publikum im digitalen Medienzeitalter mit Wissenschaftsthemen? Welche institutionellen Voraussetzungen müssenerfüllt sein, damit ein digital modernisierter Wissenschaftsjournalismus Jugendliche fürForschung begeistern kann? Inwiefern kann eine Medieninitiative, die sich aus dem Arsenal der Popkultur bedient, die Wissenschaften und ihre Widersprüchlichkeiten glaubwürdig zur Darstellung bringen? Diese Fragen möchte der hier vorgeschlagene Workshop zur Diskussion stellen, und zwar aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Urs Hafner umreisst den Kontext der Schweizer Wissenschaftskommunikation auf der Grundlage von über 30 Interviews, die er mit Verantwortlichen aus Wissenschaftskommunikation, Wissenschaftsjournalismus und Akademie geführt hat. Serge Michel von heidi.news stellt das Projekt «Pop Science» vor.
Der hier vorgeschlagene Workshop will eine offene Diskussion darüber anstossen, ob und wie ein digital modernisierter Wissenschaftsjournalismus jugendliche Zielgruppen über Social Media erreichen kann. Dazu werden die klassischen Input- und Moderationsmethoden in Stellung gebracht: Zwei kurze Impulsreferate präsentieren den neuen Pop Science-Ansatz sowie die institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen, danach folgt eine moderierte Plenumsdiskussion. Der Moderator setzt die Diskussion mit einigen kritischen Nachfragen an die Referenten in Gang, danach wird die Runde für Fragen aus dem Publikum geöffnet. Ziel ist es, die Vor- und Nachteile sowie die Erfolgsbedingungen des Pop Science-Projekts kritisch zu durchleuchten.
Résumé

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Von Philipp Burkard und Tiina Stämpfli, Science et Cité, Bern